Entstehung eines Gürtels

Die Vorbereitung

Wie entsteht ein Produkt, wie fängt man an, welche Arbeitsschritte werden benötigt? Heute zeige ich euch die Entstehung eines einfachen  Gürtels. 

 Als ich das Leder bekommen habe, stand schon die Idee fest, wie der Gürtel aussehen soll. Der Grund war die schöne "Marmorierung" im Leder, was natürlich nicht verdeckt, sondern hervorgehoben werden sollte. Es ist ein im Fass schnell gegerbtes Leder, somit ist die Oberfläche nur leicht behandelt und hat einen sehr schönen, natürlichen Griff.  

Ich lege höchsten Wert auf erstklassige Qualität. Nur Produkte, die meinen hohen Qualitätsstandards entsprechen, finden ihren Weg in den Verkauf. 
 

Das Leder

Mit einer Stärke von 3mm eignet sich dieses Leder hervorragend für Gürtel. Diese Maserung  fand ich besonders schön, leider ist diese Optik nicht durchgehend auf der ganzen Haut, daher entschied ich mich, dass das Muster die Gürtelspitze schmücken soll.

Riemen schneiden

Nachdem ich eine Seite der Haut gerade geschnitten habe, schneide ich nun den Riemen, passend für die Schließe, die eingebaut werden soll (in diesem Fall soll der Gürtel 38mm breit sein, damit er ohne Berührung durch die Schließe geht, die einen Durchlass von 40mm hat).

Die Spitze

Für die Lasche des Gürtels wählte ich eine runde Form, die besser zu dem Muster in dem Leder passt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass diese Form seltener  zu sehen ist, was den Gürtel besonders macht.

Kanten abrunden

Um eine schöne Kante zu bekommen, werden die Kanten an der Vorder- und Rückseite abgeschnitten. Das Tool dafür hinterlässt eine gerundete Kante, anstelle der scharfen Kante, die nach dem Schneiden zurück bleibt.  

Danach steht einem Polieren der Kante nichts mehr im Weg.

Kanten polieren

Die Kante, die nun vorbereitet ist, wird angefeuchtet und mit dem Reifelholz unter leichtem Druck geglättet. Nach dem Trocknen wird Lederseife oder Wachs auf die Kante aufgetragen und nochmals kräftig poliert. Damit sind die Fasern verklebt und somit ist die Kante widerstandsfähig. Nachdem die Oberfläche gefärbt wurde, wird die Kante separat gefärbt (meistens in einem dunkleren Ton), so dass keine Farbe auf die Vorder- oder Rückseite gelangt.

Der Rahmen

Nachdem die Kanten fertig sind, wird die Oberfläche des Riemens angefeuchtet und mit einem weiteren Tool eine Parallellinie zur Kante gezogen, die dem Gürtel ein dezentes Finish verleiht.

Sollte der Gürtel vernäht werden, wird die Naht in diesen Kanal gesetzt.

Das Fertigstellen

Der Rohgürtel ist soweit fertig. Ab hier gibt es unzählige Möglichkeiten, wie der Gürtel am Ende aussehen kann. Man kann noch eine dünne (schönere Optik auf der Rückseite), oder dicke (für mehr Stabilität) Schicht Leder darunter kleben. Dieses Unterledern kann zusätzlich durch eine Naht fixiert werden (schnelle Maschinennaht = kostengünstig/ Handnaht = teurer, jedoch langlebiger als die maschinelle Naht). Die Naht, ob Maschinen- oder Handnaht, verhindert das Dehnen des Gürtels.

Weiterhin kann der Gürtel beliebig individualisiert werden durch Punzieren und/ oder Färben.

Leder Pflegen

Bei der Lagerung und Verarbeitung trocknet das Leder, daher wird vor dem Färben Lederöl aufgetragen (links-noch trocken, rechts-geölt), anschliessend ruht das Leder 24 Stunden, damit das Öl komplett einzieht.

Ein weiterer Vorteil dieses Vorgangs ist, dass sich die Farben danach gleichmäßiger auftragen lassen.

Färben

 24 Stunden nachdem geölt wurde (das Leder wird dunkler), hat der Riemen die helle Ursprungsfarbe zurück, was bedeutet, dass das Öl komplett ins Leder eingezogen ist und die Farbe aufgetragen werden kann.

Hier, wie schon anfangs erwähnt, habe ich eine helle Farbe gewählt, damit die Maserung des Leders sichtbar bleibt.

Maker-Logo

Zum Lederprägen wird das Leder normalerweise mit Wasser angefeuchtet und nachdem das Wasser ins Leder eingezogen ist (Oberfläche trocken), kann punziert werden. In diesem Fall reichte die Feuchtigkeit der Farbe aus, um mein Logo einzuprägen. Hier habe ich also den Stempel eingesetzt, sobald die Farbe eingezogen und die Oberfläche wieder trocken war.

Die Löcher

Weil die Schließe zum Schluß montiert wird, können schon jetzt die Löcher in Relation zur Gürtelspitze  gestanzt werden. In diesem Fall wurden Löcher mit Schlitz gestanzt, passend zum Dorn einer Buckle-Schließe.

Fertiger Gürtel

Nachdem der Keeper geschnitten, gefärbt, vernäht und samt Schließe eingesetzt wurde, sind nun alle Arbeitsschritte für einen einfachen Gürtel getan.

Zum Schluss wurde der Gürtel nur noch versiegelt.

Interesse?

Um euch die letzten Schritte zu zeigen, habe ich die Buckle-Schließe schon eingesetzt. Dies jedoch mit Buchschrauben, die sich jederzeit zur individuellen Anpassung des Gürtels öffnen lassen. Der Gürtel hat aktuell eine Länge von 124-130cm und kann somit auf eine Wunschlänge gekürzt werden.

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